Mittwoch hatten wir das Vergnügen, Prof. Dr. Michael Eilfort von der Stiftung Marktwirtschaft beim Mittagsmeeting des Rotary Club Berlin, Pariser Platz im Berlin Capital Club begrüßen zu dürfen. Prof. Eilfort, Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft und ehemaliger Leiter des Büros von Friedrich Merz, hielt einen fesselnden Vortrag zum Thema "Alternde Republik - altaussehende Politik?".

Seine Ausführungen boten wertvolle Einblicke in die demographischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf die politische Landschaft. Viel größer als die sichtbare Verschuldung sei der untere Teil des Eisbergs, die finanziellen Verpflichtungen, für Pensionen und andere Kosten, die häufig intransparent seien.
Zentraler Ausgangspunkt des Vortrags war die Feststellung, dass die bereits seit den siebziger Jahren absehbare demographische Entwicklung in unserem Lande, also die zunehmende Alterung der Bevölkerung, nicht nur gravierende Auswirkungen auf die Finanzierbarkeit unserer sozialen Sicherungssysteme hat, sondern auch auf die politischen Entscheidungsprozesse über diese Themen. Denn die Mehrheit der Wähler liege mittlerweile über 55 Jahre und ihre Wahlbeteiligung ist deutlich höher als bei jüngeren Menschen. Hinzu kommt die im Alter sinkende Bereitschaft zu strukturellen Veränderungen.
Der Anteil des Zuschusses aus dem Bundeshaushalt an die gesetzliche Rentenversicherung beträgt mittlerweile 30%, und die Zahl der Inanspruchnahme der Rente mit 63 liegt mit über einer Million deutlich über der damaligen Annahme von 100.000 Inanspruchnahmen. Jüngere, hochqualifizierte Menschen reagieren auf diese Perspektiven vermehrt und verstärkt mit Abwanderung ins Ausland. So verlassen jedes Jahr nach offiziellen Angaben 60.000 - 70.000 gut ausgebildete Menschen das Land - ein nicht zu unterschätzender „Braindrain“.
Im Ergebnis wurde festgestellt, dass verschiedene Maßnahmen wie die Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters, Stärkung des Aufbaus privater Altersvorsorge, Entbürokratisierung und Einsparungen von Personalaufwand im öffentlichen Bereich sowie Maßnahmen zur Stärkung des wirtschaftlichen Wachstums erforderlich sind.
Besonders beeindruckend war seine Analyse der langfristigen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen einer alternden Bevölkerung und die dringende Notwendigkeit, zukunftsorientierte politische Maßnahmen zu ergreifen.
Ein herzliches Dankeschön an Michael Eilfort für diesen inspirierenden Vortrag und an alle Teilnehmenden für die lebhafte Diskussion. Ein besonderer Dank geht an Thomas Gäckle, der diesen spannenden Vortrag vermittelt hat.